Schulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"
Edelgard HolzapfelSchulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"
Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rentenreform scharf kritisiert. Die Vorschläge berücksichtigten seiner Ansicht nach nicht die besonderen Herausforderungen Ostdeutschlands, wo Altersarmut deutlich weiter verbreitet sei als im Westen.
Sachsen-Anhalt zählt mit einem Durchschnittsalter von etwa 48 Jahren – mehr als drei Jahre über dem Bundesschnitt – zu den Bundesländern mit der ältesten Bevölkerung. Viele Einwohner hier wie auch in anderen ostdeutschen Ländern sind im Rentenalter fast ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen, um nicht in Armut abzurutschen.
Schulze betonte, dass private Rücklagen, betriebliche Altersvorsorge und Erbschaften im Osten weitaus seltener seien. Ohne diese finanziellen Puffer bleibe für viele die gesetzliche Rente die einzige Grundlage für ein würdevolles Leben im Alter. Er warnte, dass eine Missachtung dieser Realität nicht nur Einzelne treffen, sondern auch die soziale Stabilität der Region gefährden werde.
Der Ministerpräsident forderte die Rentenkommission auf, diese Ungleichheiten vollumfänglich anzuerkennen. Jede Reform müsse die wirtschaftliche Verwundbarkeit Ostdeutschlands berücksichtigen, wo deutlich weniger Menschen Zugang zu betrieblicher Altersvorsorge oder privaten Rentenfonds hätten.
Schulzes Kritik unterstreicht die finanzielle Belastung älterer Bürger in Sachsen-Anhalt und anderen ostdeutschen Bundesländern. Angesichts begrenzter privater Vermögen und seltener betrieblicher Renten sind viele allein auf staatliche Unterstützung angewiesen. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun, ob die geplanten Reformen diesen regionalen Unterschieden Rechnung tragen werden.






