Rheinmetall verkauft zivile Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Sparte Power Systems für vorläufig 350 Millionen Euro an AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit dem Finanzinvestor AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Division Power Systems für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Der Deal markiert eine bedeutende Weichenstellung für das Unternehmen, das sich künftig stärker auf die Rüstungsproduktion konzentrieren will. Beide Seiten bewerten den Schritt als strategischen Wendepunkt.
Die Sparte, zu der Marken wie Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice gehören, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Seit dem letzten Quartal 2025 wird sie als aufgegebenes Geschäftsfeld geführt. Unter der neuen Eigentümerschaft von AEQUITA sollen die traditionsreichen Markennamen sowie alle 6.250 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Nicht Teil des Verkaufs sind drei deutsche Standorte des Joint Ventures KS Huayu AluTech, die künftig als Gemeinschaftsunternehmen bei Rheinmetall verbleiben. Ebenfalls im Konzern bleiben die Dermalog SensorTec sowie das spanische Rheinmetall-Werk in Abadiano, die schrittweise auf die Rüstungsfertigung umgestellt werden sollen.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und finaler Kaufpreisanpassungen. Beide Unternehmen rechnen mit einem Abschluss des Deals im vierten Quartal 2026. AEQUITA-Chef Axel Geuer betonte, die Übernahme werde den Umsatz des Automotive-Bereichs seines Unternehmens auf etwa fünf Milliarden Euro steigern.
Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger bezeichnete die Vereinbarung als „Meilenstein in der Unternehmensgeschichte“. Der Verkauf passe zur langfristigen Strategie des Konzerns, sein Engagement im Verteidigungssektor auszubauen – beschleunigt durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Sobald der Deal finalisiert ist, wird er das Geschäftsmodell Rheinmetalls grundlegend verändern und die Ausrichtung auf militärische Ausrüstung stärken. AEQUITA sichert sich damit einen bedeutenden Zulieferer mit starker Marktposition in der Automobilbranche. Der Übergang soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der behördlichen Freigaben.






