14 April 2026, 12:12

ReguLab: Wie Deutschland Innovationen und Datenschutz unter einen Hut bringt

Zwei Streichholzschachteln mit der Aufschrift 'Protecto' und 'Amerikas erste Sicherheitsstreichholzschachtel' auf einem Tisch mit verschiedenen Gegenständen darin und zwei nummerierten Papieren unten.

ReguLab: Wie Deutschland Innovationen und Datenschutz unter einen Hut bringt

Deutschland hat eine neue Initiative gestartet, um Innovatoren dabei zu unterstützen, sich im Dschungel der Datenschutzbestimmungen zurechtzufinden – und gleichzeitig Spitzen-Technologien zu entwickeln. Unter dem Namen ReguLab soll diese regulatorische Experimentierumgebung Unternehmen und Forschenden frühzeitig Orientierung bieten, die mit Compliance-Fragen kämpfen. Vorgestellt wurde das Projekt von Louisa Specht-Riemenschneider und Dr. Linda Bienemann auf dem HPI Digital Health Innovation Forum.

Das ReguLab stützt sich auf die rechtlichen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG), die Aufsichtsbehörden ausdrücklich dazu auffordern, Innovatoren bei der Entwicklung konformer Lösungen zu unterstützen. Vorbild für die Initiative ist unter anderem das britische Information Commissioner's Office (ICO), das Unternehmen bereits erfolgreich durch Datenschutz-Herausforderungen geleitet hat.

Zielgruppe des Sandkastens sind Teams, die zwar ein klares Anwendungsszenario vorweisen können, aber grundlegende Fragen zum Datenschutz klären müssen. Statt allgemeiner Ratschläge wird das ReguLab ausgewählte Projekte im Rahmen thematischer Ausschreibungen begleiten. Die erste Runde widmet sich dem Thema "Risikoerkennungsverfahren nach §25b SGB V".

Jedes teilnehmende Projekt erhält einen vertraulichen Abschlussbericht, während übergreifende Erkenntnisse in einem öffentlichen ReguLab-Bericht geteilt werden. Davon sollen nicht nur einzelne Unternehmen profitieren, sondern auch Aufsichtsbehörden, Forschende und politische Entscheidungsträger. Dies geschieht zu einer Zeit, in der viele deutsche Unternehmen beklagen, dass strenge Datenschutzregeln die Innovation bremsen – während EU-Bürgerinnen und -Bürger gleichzeitig stärkeren Schutz für ihre persönlichen Daten fordern.

Deutschland bleibt eine treibende Kraft der europäischen Innovation: Allein 2024 wurden rund 25.000 Patentanmeldungen eingereicht – die höchste Zahl in Europa, wie das Europäische Patentamt meldet. Das ReguLab soll sicherstellen, dass dieser Innovationsschub nicht auf Kosten der Datensicherheit geht.

Die Experimentierumgebung bietet Innovatoren einen strukturierten Rahmen, um ihre Projekte unter Einhaltung des Datenschutzes zu testen und zu verfeinern. Durch maßgeschneiderte Beratung und die Veröffentlichung zentraler Erkenntnisse strebt die Initiative einen Ausgleich zwischen technologischem Fortschritt und Privatsphäre an. Die erste Bewerbungsrunde wird zeigen, wie wirksam der Sandkasten reale Herausforderungen im Bereich der Gesundheitsdaten-Innovation bewältigen kann.

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