14 March 2026, 00:13

Rechtsextreme im VW-Betriebsrat: Zwickau wählt gegen die IG Metall

Eine alte Zeitungsanzeige mit einer Kutsche und einer Gruppe von Menschen, begleitet von beschreibendem Text.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Rechtsextreme im VW-Betriebsrat: Zwickau wählt gegen die IG Metall

Die jüngste Betriebsratswahl im Volkswagen-Werk Zwickau hat angesichts wachsender Sorgen über den Einfluss der extremen Rechten beträchtliche Aufmerksamkeit erregt. Bei 8.200 wahlberechtigten Beschäftigten spiegeln die Ergebnisse eine Verschiebung in der Interessenvertretung wider – zu einer Zeit, in der das Unternehmen mit massiven Stellenstreichungen und Produktionsumstellungen konfrontiert ist.

Die Gewerkschaft IG Metall, die traditionell dominierende Kraft, sicherte sich über 81 Prozent der Stimmen und damit 29 der 35 Sitze im neuen Betriebsrat. Obwohl dies eine klare Mehrheit bleibt, bedeutet es einen Rückgang gegenüber dem fast 89-prozentigen Ergebnis bei der letzten Wahl.

Diesmal sah sich die IG Metall der Konkurrenz von drei rivalisierenden Listen gegenüber. Das "Bündnis Freier Betriebsrat", dem Verbindungen zur rechtsextremen AfD nachgesagt werden, erreichte 11,5 Prozent der Stimmen und zog mit vier Sitzen in den Betriebsrat ein. Die "Alternative Liste" (Liste 1) kam auf knapp über 7,3 Prozent und erhielt zwei Sitze.

Die Wahl fand vor dem Hintergrund großer Unsicherheit im Zwickauer Werk statt, einem zentralen Standort für Volkswagens Elektroauto-Produktion. Erst kürzlich reduzierte das Werk die Schichten von drei auf zwei, was rund 1.200 Arbeitsplätze kostete. Die Stimmung unter den Beschäftigten leidet unter diesen Kürzungen sowie unter generellen Zukunftssorgen des Unternehmens.

Volkswagen plant bis 2030 bundesweit den Abbau von 35.000 Stellen und begründet dies mit Überkapazitäten in den deutschen Werken. Zwar ist noch unklar, wie viele Jobs in Sachsen genau betroffen sein werden, doch die Region drohen Risiken – insbesondere durch Arbeitsplatzverluste bei Zulieferern. Die "Gläserne Manufaktur" in Dresden etwa wird bis Ende 2025 die Produktion einstellen.

Die Wahlergebnisse bestätigen zwar die anhaltende Vorherrschaft der IG Metall, doch mit nachlassender Unterstützung. Die Präsenz von Vertretern mit Verbindungen zur extremen Rechten markiert jedoch eine bemerkenswerte Veränderung in der Betriebsratslandschaft des Werks. Gleichzeitig prägen Stellenabbau und Produktionsumstellungen weiterhin die Entwicklung von Volkswagen in Sachsen und darüber hinaus.

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