Radio CORAX kämpft um seine Zukunft: Ehrenamt, Kultur und politische Angriffe
Pavel FaustRadio CORAX kämpft um seine Zukunft: Ehrenamt, Kultur und politische Angriffe
Radio CORAX sendet seit 2000 aus Halle – mit einem täglichen Mix aus Musik und Talkformaten. Der Sender wird von fast 400 Ehrenamtlichen getragen, die 175 verschiedene Programme gestalten, von Tipkin bis zum Serendipity-Magazin. Doch nun ist die Zukunft des Radios durch politische Angriffe und Haushaltskürzungen bedroht.
Der Betrieb finanziert sich mit rund 200.000 Euro jährlich von der Landesmedienanstalt sowie zusätzlichen Mitteln aus lokalen Fördergeldern und Projektzuschüssen. Angesichts unsicherer Perspektiven werden Spenden immer wichtiger. Die rechtspopulistische AfD fordert gar die komplette Streichung der Mittel – mit der Begründung, der Sender verbreite linke Positionen.
CORAX arbeitet mit Kulturinitiativen zusammen und ist Teil von AMARC, dem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender. Zu den Programmen gehören Beiträge von Kindern, queeren Communities und Geflüchteten. Über den Sendebetrieb hinaus veranstaltet der Sender in seinen Halle-Studios Filmabende, Diskussionsrunden und Workshops.
Neue Mitmachende können sich mit Ideen in Redaktionssitzungen einbringen. Nach einer kurzen Einarbeitung produzieren sie eigene Sendungen. Trotz der finanziellen Herausforderungen will CORAX sein vielfältiges Programm weiterführen.
Ob der Sender überlebt, hängt davon ab, ob die Förderung gesichert bleibt und die öffentliche Unterstützung wächst. Ohne staatliche Mittel kämen Spenden und bürgerschaftliches Engagement noch stärker ins Spiel. Bis dahin sendet CORAX weiter sein abwechslungsreiches Programm – und bereitet sich auf mögliche Einschnitte vor.






