Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die geplante Anlage in der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, stößt auf starken Widerstand – unter anderem von Scientists for Future und dem BUND Mainz. Zehn offizielle Einwände wurden mittlerweile beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), der für die Genehmigung zuständigen Behörde, eingereicht.
Die Initiative argumentiert, dass das 44-Millionen-Euro-Projekt den Klimazielen von Mainz widerspricht, die bis 2035 Treibhausgasneutralität vorsehen. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, die Investition könnte die Stadt jahrzehntelang an veraltete Gastechnologie binden. Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete den Einsatz fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung angesichts des Klimawandels als unverantwortlich.
Kritiker stellen auch die Behauptungen des Kraftwerksbetreibers KMW infrage, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden. Das Bündnis zweifelt daran, ob eine solche Umrüstung realistisch, ökologisch sinnvoll oder wirtschaftlich tragfähig wäre. Stattdessen verweisen sie auf Batteriespeicher als erprobte und zunehmend kostengünstige Alternative, deren Preise in den letzten Jahren stark gesunken sind.
Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, betonte die Notwendigkeit eines offenen Dialogs mit KMW und der SGD Süd. Die Gruppen fordern Gespräche, um treibhausgasneutrale Lösungen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.
Die Einwände liegen nun bei der SGD Süd, die die Bedenken prüfen wird, bevor eine Entscheidung fällt. Das Bündnis hat deutlich gemacht, dass es einen Ausstieg aus der Gasnutzung und eine Hinwendung zu nachhaltigen Alternativen fordert. Im Fokus bleibt die Ausrichtung der Energiepolitik an den langfristigen Klimazielen von Mainz.






