Özdemir fordert Klarheit: Droht Stuttgart 21 das endgültige Aus?
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat von der Deutschen Bahn klare Antworten zum problembehafteten Projekt Stuttgart 21 gefordert. Aktuelle Medienberichte deuten auf weitere Verzögerungen hin, die die Eröffnung des neuen Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031 verschieben – mehr als ein Jahrzehnt später als ursprünglich geplant. Özdemir warnte, dass eine Bestätigung dieser Rückschläge „katastrophale Nachrichten“ für die Region und die Bahnreisenden gleichermaßen bedeuten würde.
Stuttgart 21 zählt zu den größten Infrastrukturvorhaben Deutschlands und soll das Stuttgarter Schienennetz mit neuen Bahnhöfen, Gleisen, Tunneln und Brücken modernisieren. Die Bauarbeiten begannen 2010, die Fertigstellung war zunächst für 2019 vorgesehen. Doch anhaltende Verzögerungen belasten das Projekt seit Jahren, darunter auch die Absage einer geplanten Teilinbetriebnahme Ende 2026.
Der jüngste Rückschlag hängt mit Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Eisenbahnknotens zusammen, einem zentralen Bestandteil des Vorhabens. Stuttgart sollte Deutschlands erster vollständig digitalisierter Knoten werden, gestützt auf das Europäische Zugsicherungssystem (ETCS). Da jedoch kein neuer Starttermin bekannt gegeben wurde und eine umfassende Überprüfung läuft, schwebt das Projekt weiterhin in der Ungewissheit.
Özdemir hat nun von der Deutschen Bahn ein eindeutiges Bekenntnis gefordert, Stuttgart 21 einschließlich der vollständigen Digitalisierung des Knotens zu Ende zu führen. Die Gesamtkosten sind auf rund 11,3 Milliarden Euro explodiert, wobei die Deutsche Bahn nach einem Gerichtsurteil alle zusätzlichen Ausgaben trägt. Bisher hat das Unternehmen jedoch keine aktualisierten Zeitpläne oder verlässliche Daten zum Projektfortschritt vorgelegt.
Die wiederholten Verzögerungen lassen die Zukunft von Stuttgart 21 ungewiss erscheinen – trotz seiner Bedeutung für das Verkehrsnetz Baden-Württembergs. Özdemirs Forderung nach Transparenz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Fahrgäste und regionale Verantwortliche auf Klarheit warten, wann – oder ob – das Projekt überhaupt wie versprochen fertiggestellt wird. Der letzte inoffizielle Zieltermin Ende 2031 wurde von der Deutschen Bahn bisher nicht bestätigt.






