25 March 2026, 16:13

Oktoberfest-Wunder: Wenn Bierbänke zu Kirchenbänken werden

Große Gruppe von Menschen an langen Tischen unter einem Zelt auf einem Outdoor-Festival, mit Taschen und Gegenständen auf den Tischen, festliche Dekorationen einschließlich Zelten, Lichtern und Fahnen im Hintergrund.

Oktoberfest-Wunder: Wenn Bierbänke zu Kirchenbänken werden

Jedes Jahr ist das Münchner Oktoberfest mehr als nur Bier und Bratwurst. Mitten in der ersten Festivalwoche findet im Marstall-Zelt ein Gottesdienst statt. Diese ungewöhnliche Veranstaltung verbindet Tradition mit Feierlaune und bietet einen seltenen Anblick: eine Gemeinde ohne festen Dorfplatz und einen Pfarrer ohne Kirche.

Das Bild im Bierzelte ist beeindruckend. Nur sechs Männer sitzen beisammen und trinken Wein aus einem gemeinsamen goldenen Kelch. Einer von ihnen tritt ans Mikrofon und spricht: "Und führe uns nicht in Versuchung…" Um sie herum erhebt sich die Menge, und die Luft erfüllt sich mit den Worten: "Lobt den Herrn!" Selbst ein Halleluja schwebt von der Bühne herab, auf der sonst die Königlich Bayerische Vollgas-Orchester spielt.

Doch dieser Wiesn-Gottesdienst ist kein Einzelfall. Rund 20 bis 25 Gemeinden in ganz Deutschland veranstalten jährlich ähnliche Kirchweihfeiern auf dem Rummelplatz. Pfarrer Sascha Ellinghaus, der die katholische Seelsorge für Zirkus- und Schaustellerleute leitet, erklärt, dass diese Veranstaltungen reisende Gemeinschaften und Einheimische zusammenbringen. Die Tradition spiegelt das Oktoberfest selbst wider – ein Mix aus Spektakel und Andacht.

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Hier wird der Gottesdienst zum Teil des Festes. Die Bierbänke verwandeln sich in Kirchenbänke, das Zelt in einen provisorischen Andachtsraum. Für die Anwesenden ist es ein Moment, in dem Glaube und Festtagsstimmung für kurze Zeit denselben Raum teilen.

Der Wiesn-Gottesdienst ist eine Besonderheit des Oktoberfests. Er gewährt Einblick in eine Tradition, die Schausteller, Dorfbewohner und Besucher an einem ungewöhnlichen Ort vereint. Während um sie herum das Fest weitergeht, erinnert dieser kurze Gottesdienst die Teilnehmer an die stillere, besinnlichere Seite der Feierlichkeiten.

Quelle