Niedersachsen vereinfacht Arzneimittelversorgung für Arztpraxen ab Juli 2026
Bianca StiebitzNiedersachsen vereinfacht Arzneimittelversorgung für Arztpraxen ab Juli 2026
Landweit neue Vereinbarung in Niedersachsen: Apothekenversorgung für Praxen wird vereinfacht
In Niedersachsen ist eine landesweite Neuregelung zur Vereinfachung der Arzneimittelversorgung für Arztpraxen unterzeichnet worden. Die Vereinbarung zwischen dem Landesapothekerverband (LAV) und den Krankenkassen ersetzt veraltete Vorschriften durch ein einheitliches System. Sie tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und sorgt für klarere und konsistentere Abläufe in Apotheken und Praxen.
Die bisherigen Regelungen waren zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen, nachdem der LAV das bestehende Rahmenwerk gekündigt hatte. Darauf folgten monatelange Verhandlungen zwischen dem Verband und den Kostenträgern, die nun in dem neuen Vertrag mündeten. Die Vereinbarung gilt für alle Apotheken in Niedersachsen, die Vertragsärzte mit Medikamenten beliefern – wie viele Apotheken genau betroffen sind, blieb jedoch ungenannt.
Einheitliche Regeln für mehr Effizienz Das neue System standardisiert die Abgabeprioritäten für Fertigarzneimittel und erweitert diese auf Praxisbedarf. Dazu zählen Medikamente, Impfstoffe sowie Verbandsmaterialien, die für mehrere Patienten oder in Notfällen verwendet werden. Ein zentraler Punkt ist die Vergütung für Impfstofflieferungen: Sie beginnt bei 80 Cent pro Dosis und steigt auf einen Euro an, sobald bestimmte Zielvorgaben erreicht sind.
Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, wurde die Friedenspflicht zweimal verlängert – zunächst bis zum 31. März, dann bis zum 30. Juni. Dadurch ist die kontinuierliche Belieferung während der Umstellungsphase gesichert. Zudem reduziert der Vertrag den bürokratischen Aufwand, indem er ein Flickwerk alter Regelungen durch ein einziges, vereinfachtes System ersetzt.
Nahtloser Übergang ab Juli Mit Inkrafttreten am 1. Juli entfällt das Risiko vertraglicher Lücken. Apotheken werden nach standardisierten Verfahren arbeiten, und die Abrechnung von Impfstoffen wird transparenter. Ziel der Vereinbarung ist es, die Effizienz und Planbarkeit für Apotheken und Leistungserbringer in ganz Niedersachsen zu verbessern.