26 June 2026, 06:08

Neuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter zwischen Rüge und Bürgermeister-Ambitionen

Hikel kritisiert SPD-Kreischef

Neuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter zwischen Rüge und Bürgermeister-Ambitionen

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Janine Wolter steht kurz davor, Martin Hikel als Bezirksbürgermeisterin abzulösen. Die SPD-Führung schlug sie vor, und ein Parteitag bestätigte später ihre Kandidatur. Doch ihre Aktivitäten in sozialen Medien haben für Aufsehen gesorgt.

Im Herbst 2025 hatte Wolter Instagram-Beiträge eines politischen Influencers geliked oder geteilt, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Zuerst berichtete der Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über den Vorfall. Die CDU-Fraktion Neuköllns reichte daraufhin eine offizielle Anfrage zu ihrem Online-Verhalten ein.

Als Bezirksbürgermeister erteilte Hikel Wolter daraufhin eine dienstrechtliche Rüge. Die Angelegenheit wurde bei der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln am Mittwochabend erörtert. Wolter erklärte, sie habe die Ansichten des Influencers nicht genau geprüft und werde dessen Inhalte künftig nicht mehr teilen. Gleichzeitig betonte sie ihr Bekenntnis zu den Menschenrechten in Israel und Palästina.

Hikels Rückzugsankündigung kam überraschend. Im November gab er bekannt, nicht erneut kandidieren zu wollen, und begründete dies mit mangelnder Rückendeckung in der eigenen Partei. Wolter bleibt weiterhin die SPD-Kandidatin für das Amt. Die Rüge und die öffentliche Debatte über ihre Social-Media-Aktivitäten haben ihrer Kampagne jedoch zusätzliche Aufmerksamkeit beschert. Die Bezirksverordnetenversammlung befasst sich weiterhin mit dem Fall.

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