14 March 2026, 12:11

Neues Rentensystem: Warum die Gebühren-Debatte Sparer alarmiert

Alte Zeitungsanzeige für die Pension Inn in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Neues Rentensystem: Warum die Gebühren-Debatte Sparer alarmiert

Ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgemodell soll das bisherige Riester-Renten-System ablösen. Doch die öffentliche Sorge über hohe Gebühren wächst: Mehr als 100.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die eine Begrenzung der Kosten fordert. Verbraucherschützer kritisieren, dass die vorgeschlagene jährliche Gebühr von 1,5 Prozent für Sparer viel zu hoch sei.

Die Reform der privaten Altersvorsorge zielt auf die Einführung eines staatlich bezuschussten Rentenkontos ab. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren als wichtig oder sehr wichtig für ihre Teilnahme bewerten. Nur 23 Prozent halten die im aktuellen Entwurf vorgesehene Obergrenze von 1,5 Prozent für akzeptabel.

Weitere entscheidende Faktoren für die Befragten sind einfache Steuerregeln – 83 Prozent stufen diese als entscheidend ein – sowie flexible Auszahlungsoptionen, die von 74 Prozent geschätzt werden. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Verbraucherplattform Finanztip, übt scharfe Kritik an der geplanten Gebührenhöhe. Er hält 1,5 Prozent für überzogen und setzt sich stattdessen für eine strikte Begrenzung auf 0,5 Prozent ein.

Berechnungen von Finanztip verdeutlichen die langfristigen Folgen der Gebühren: Wer 40 Jahre lang monatlich 200 Euro spart, käme bei einer Gebühr von 0,5 Prozent auf rund 338.000 Euro. Bei der derzeit vorgeschlagenen Gebühr von 1,5 Prozent schrumpft das Ersparte dagegen auf etwa 263.000 Euro. Die von der Finanztip-Stiftung unterstützte Petition fordert nun eine Obergrenze von 0,5 Prozent für das neue Modell.

Laut Umfrage befürworten 30 Prozent der Befragten eine Gebührenobergrenze von 0,5 Prozent, weitere 28 Prozent würden maximal 1 Prozent akzeptieren. Die Debatte spiegelt größere Bedenken hinsichtlich Bezahlbarkeit und Gerechtigkeit in der Altersvorsorge wider.

Die Petition hat beträchtliche öffentliche Unterstützung erhalten und setzt die Politik unter Druck, die Gebührenstruktur zu überdenken. Sollte die 0,5-Prozent-Grenze durchgesetzt werden, könnten Sparer langfristig deutlich höhere Erträge erzielen. Das Ergebnis wird maßgeblich beeinflussen, wie Millionen Menschen in den kommenden Jahren für ihren Ruhestand vorsorgen.

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