Neue Textilstandards sollen Beschäftigte besser vor Hitzestress schützen
Pavel FaustNeue Textilstandards sollen Beschäftigte besser vor Hitzestress schützen
Arbeitsschutz setzt zunehmend auf verbesserte Schutzkleidung – technische und organisatorische Lösungen stoßen an Grenzen
Angesichts wachsender Sorgen über Hitzestress bewertet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) derzeit neue Referenzwerte für Textilien, um Beschäftigte in heißen Arbeitsumgebungen besser zu schützen. Während technische und organisatorische Maßnahmen ausgereizt sind, rückt die Weiterentwicklung von Arbeitskleidung immer stärker in den Fokus.
Die überarbeitete Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A5.1 berücksichtigt nun auch Außentemperaturen, Luftfeuchtigkeit, Windverhältnisse und die Art der verrichteten Tätigkeit. Diese Vorgaben helfen Arbeitgebern, hitzebedingte Risiken zu minimieren. Parallel kommen technische Lösungen wie Beschattungssysteme, Belüftung oder Wasserkühlanlagen zum Einsatz, um die Hitzebelastung zu reduzieren.
Auch organisatorische Anpassungen spielen eine Rolle: flexible Arbeitszeiten, verlängerte Pausen oder die Verlegung von Tätigkeiten in kühlere Tageszeiten oder Bereiche. Unverzichtbar bleiben persönliche Schutzmaßnahmen – etwa das Tragen geeigneter Arbeitskleidung, das Auftragen von Sonnencreme oder der Einsatz von Sonnenschutzaccessoires.
Bei der Optimierung der Schutzkleidung selbst setzen Hersteller auf leichtere, weniger hitzespeichernde Stoffe. Materialien mit niedrigeren R- und Wasserdampfdurchgangswiderstands-Werten (MVTR) verbessern die Atmungsaktivität, während 3D-Distanzgewebe durch mikroskopische Luftpolster für bessere Belüftung sorgen. Hydrophile Beschichtungen regulieren die Feuchtigkeit, und konstruktive Details wie Belüftungszonen oder luftstromoptimierte Schnitte steigern den Kühleffekt.
Der Textilspezialist Kübler arbeitet gemeinsam mit Forschungseinrichtungen an hochmodernen Kühltextilien, die sowohl in der Arbeits- als auch in der Sportbekleidung zum Einsatz kommen sollen. Ziel ist mehr Komfort und Sicherheit bei Hitze.
Der Fokus bei der Hitzeprävention liegt zunehmend auf intelligenterem Design von Schutzkleidung. Mit der Bewertung neuer Textilstandards durch die BAuA und Innovationen von Unternehmen wie Kübler steht Beschäftigten ein verbessertes Schutzniveau bevor. Die Veränderungen helfen Branchen, strengere Sicherheitsvorgaben einzuhalten – und gleichzeitig Mitarbeiter in heißen Arbeitsumgebungen wirksamer zu schützen.






