Neubaupläne am Tempelhofer Feld: Berlins Antwort auf die Wohnungsnot?
Berlins Wohnungsnot könnte durch Neubaupläne am Tempelhofer Feld gelindert werden. Ein Vorschlag aus der Zivilgesellschaft sieht vor, entlang der Ränder des ehemaligen Flughafengeländes 21.400 Wohnungen zu errichten. Gleichzeitig planen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt eine deutliche Erweiterung ihres Bestands bis 2030.
Das Tempelhofer-Feld-Gesetz schützt derzeit 200 Hektar offene Wiesenfläche auf dem Gelände. Dennoch argumentiert der zivilgesellschaftliche Entwurf, dass am Rand Wohnraum geschaffen werden könne, ohne die geschützte Fläche zu verkleinern. Bei einer Genehmigung würde der Plan Platz für etwa 50.000 Menschen bieten – der zentrale Grünbereich bliebe dabei unangetastet.
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigt sich offen für die Idee, an den Rändern des Feldes zu bauen. Seine Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt unter zunehmendem Druck steht, die Wohnungsknappheit zu bekämpfen.
Unabhängig davon streben Berlins sieben landeseigene Wohnungsunternehmen eine deutliche Expansion an. Ihr Ziel ist es, die Zahl der verwalteten Wohnungen von derzeit 408.000 auf 440.000 bis 2030 zu steigern. Bis 2035 soll die Marke von fast 465.000 Einheiten erreicht werden. Der Großteil dieses Wachstums soll durch Neubauten entstehen, wobei die Unternehmen auch den Ankauf bestehender Immobilien prüfen – sofern es die finanzielle Lage zulässt.
Durch die kombinierten Maßnahmen könnten in den nächsten zehn Jahren rund 56.000 neue Wohnungen entstehen. Schätzungen zufolge würde dies etwa 120.000 Einwohnern bezahlbaren Wohnraum bieten.
Die Pläne für das Tempelhofer Feld und den Ausbau des öffentlichen Wohnungsbaus könnten die angespannte Wohnraumsituation in Berlin entlasten. Falls umgesetzt, würden sie tausende neue Wohnungen schaffen, während die geschützten Grünflächen erhalten blieben. Die nächsten Schritte der Stadt werden zeigen, wie zügig diese Vorhaben vorankommen.






