Metall- und Elektroindustrie kämpft mit Rekordrückgängen bei Produktion und Jobs
Pavel FaustMetall- und Elektroindustrie kämpft mit Rekordrückgängen bei Produktion und Jobs
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie steht vor erheblichen Herausforderungen. Produktion, Aufträge und Beschäftigung sind in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen, auch die Kapazitätsauslastung liegt unter dem üblichen Niveau.
Die Neuaufträge im Maschinen- und Anlagenbau sanken im April im Vergleich zum Vormonat um 5,4 %. Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet – selbst nach Berücksichtigung der zuvor durch den Iran-Konflikt bedingten Vorzieheffekte. Die Industrieaufträge in ganz Deutschland gingen im April um 3,8 % zurück, im Dreimonatszeitraum bis April 2026 wurde ein Minus von 3,1 % verzeichnet.
Die Produktion in der Branche schrumpfte im April im Vergleich zu den drei vorherigen Monaten um 2,0 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Ausbringung um 2,7 % niedriger. Aktuell liegt die Produktion noch 15 % unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung betrug lediglich 79 % – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 %.
Auch die Beschäftigung leidet unter der Krise. Im April sank die Zahl der Beschäftigten auf 3,746 Millionen, saisonbereinigt gingen 15.600 Arbeitsplätze verloren – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 hat die Branche über 300.000 Stellen abgebaut. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen im Mai 2025 auf 1.518 Fälle, ein Anstieg von 57 % im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Trotz staatlicher Förderprogramme zur Ankurbelung der Nachfrage zeigen sich keine Anzeichen für eine Erholung bei den Aufträgen. Kapazitätsauslastung, Produktion und Beschäftigung bleiben schwach, während die Insolvenzzahlen hoch bleiben. Die Probleme der Branche spiegeln die allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen wider – eine baldige Besserung ist nicht in Sicht.






