26 March 2026, 00:11

Kulturstaatsminister Weimer polarisiert: Rückhalt vom Kanzler, Proteste aus allen Lagern

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Geb├Ąuden im Hintergrund.

Kulturstaatsminister Weimer polarisiert: Rückhalt vom Kanzler, Proteste aus allen Lagern

Wolfram Weimer, seit Mai 2025 Deutschlands Kulturstaatsminister, sieht sich mit wachsendem Widerstand aus verschiedenen Bereichen konfrontiert. Seine jüngsten Entscheidungen – von der Einstellung der Bauarbeiten an der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig bis zur Absage der Verleihung eines bedeutenden Buchpreises – haben scharfe Kritik ausgelöst. Trotz der massiven Rückschläge hat Bundeskanzler Friedrich Merz ihn öffentlich unterstützt und Weimer als "vertraute Persönlichkeit in der Regierung" bezeichnet.

Schon seine Ernennung zum Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien war umstritten. Zu seinen ersten Amtshandlungen zählte die Anordnung einer Überprüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz sowie deren Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diese Schritte scharf, während der Deutsche Journalisten-Verband seine Forderung nach einem Verbot geschlechtergerechter Sprache in öffentlich finanzierten Einrichtungen kritisierte.

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Die Proteste verschärften sich, als Weimer den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig stoppte. Kulturschaffende reagierten empört, Politiker von Grünen und Linken forderten seinen Rücktritt. Zwei Gedenkstättenverbände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald – die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und der Verein der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) – lehnten zudem seine geplante Teilnahme an der Gedenkfeier zur Befreiung des Lagers am 12. April ab. Gleichzeitig unterstützten einige jüdische Organisationen seine Beteiligung an der Veranstaltung.

Medienberichten zufolge versuchte Weimer zudem, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen. Dieser Vorfall steigert den Druck weiter, doch Kanzler Merz verteidigte den Minister im Bundestag und betonte, Weimer genieße nach wie vor sein volles Vertrauen.

Trotz der breiten Kritik bleibt Weimer im Amt – gestützt durch den Kanzler. Seine Politik spaltet die Gesellschaft: Während ihn manche Kulturschaffende vehement ablehnen, finden andere seinen Kurs richtig. Die Kontroverse ebbt nicht ab, denn jede seiner Entscheidungen entfacht erneut Debatten in Politik und Kultur.

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