Krankenkassen streiten über mögliche Beitragssenkungen durch die Gesundheitsreform
Bianca StiebitzKrankenkassen streiten über mögliche Beitragssenkungen durch die Gesundheitsreform
Führende Krankenkassenchefs haben diskutiert, ob die Beiträge im Rahmen der geplanten Gesundheitsreform der Regierung sinken könnten. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, sieht Spielraum für Senkungen, falls die Finanzierung von Sozialhilfeempfängern angepasst und die Arzneimittelkosten gesenkt werden. Andreas Storm von der DAK-Gesundheit warnte hingegen, dass der aktuelle Gesetzentwurf solche Kürzungen unwahrscheinlich mache.
Baas betonte, die Politik müsse konsequent an den Reformplänen festhalten, ohne sie aufzuweichen. Er schlug vor, dass eine gerechtere Verteilung der Gesundheitskosten für Bürger im Bezug von Grundsicherung – kombiniert mit Einsparungen bei Medikamenten – den Weg für niedrigere Beiträge ebnen könnte.
Storm zeigte sich zurückhaltender. Er erklärte, die Beitragssätze würden nur dann fallen, wenn Steuereinnahmen die Krankenversicherungsbeiträge für Sozialhilfeempfänger vollständig abdeckten. Nach seinen Berechnungen könnte eine Übernahme dieser Kosten durch den Bundeshaushalt bis 2030 die Beiträge um 0,5 Prozentpunkte reduzieren.
Trotz unterschiedlicher Einschätzungen waren sich beide Manager einig, dass Änderungen bei der Finanzierung und den Kostenstrukturen notwendig seien. Storm unterstrich jedoch, dass unter dem aktuellen Entwurf Beitragssenkungen außer Reichweite blieben.
Die Debatte offenbart eine gespaltene Erwartungshaltung gegenüber den Reformfolgen. Während Baas durch Anpassungen der Finanzierung Einsparpotenzial sieht, deutet Storms Analyse darauf hin, dass es vorerst keine Entlastung für Versicherte geben wird. Das Endergebnis hängt davon ab, wie die Regierung in der überarbeiteten Gesetzgebung mit den sozialhilfebezogenen Kosten und den Arzneimittelausgaben umgeht.






