23 April 2026, 14:21

"Kein Körper passt hier hin" feiert bewegende Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Phasen des Lebens von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

"Kein Körper passt hier hin" feiert bewegende Bühnenpremiere in Berlin

Die Bühnenadaption von Kein Körper passt hier hin

Die Theaterfassung von Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman Kein Körper passt hier hin hat im ausverkauften Haus der Berliner Vaganten Bühne in Charlottenburg Premiere gefeiert. Das Stück taucht ein in Themen wie geschlechtliche Fluidität, Selbstfindung und die Last der Familiengeschichte – alles inspiriert vom eigenen Leben und den Kämpfen der Autor:in.

Die Handlung begleitet Kim bei der Rückkehr in das Schweizer Elternhaus ihrer Kindheit, eine Reise, die durch die Demenzerkrankung ihrer Großmutter ausgelöst wird. Dort findet Kim Trost unter einer Blutbuche, die einst der Urgroßvater gepflanzt hatte – ein Ort, der Sicherheit und Verbindung zur eigenen Vergangenheit bietet. Der Roman, der 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, entfaltet die mütterlicherseits weitergegebenen Traumata über Generationen hinweg.

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Auf der Bühne verkörpern drei Schauspieler:innen – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger – abwechselnd die Figur Kim und bringen dabei jeweils eine andere Facette der Persönlichkeit zum Leben. Die Inszenierung verbindet eindrucksvolle visuelle Elemente, wie zerrissene, beige Strumpfhosen, die von der Decke hängen und mit Sand sowie Bällen gefüllt sind, mit Momenten schonungsloser emotionaler Ehrlichkeit. Eine besonders prägnante Szene zeigt eine Modenschau, in der die Darsteller:innen weiße Spitzenkleider tragen – ein Symbol für Verletzlichkeit und Verwandlung zugleich.

Das Stück weicht schwierigen Fragen nicht aus. Es stellt sich den Schweigezonen um geschlechtliche Identität und geerbtes Leid und zielt darauf ab, das ungelöste Erbe früherer Generationen zu thematisieren. Durch Kims persönliche Auseinandersetzung fordert die Geschichte das Publikum auf, über das eigene Verhältnis zu Identität und Geschichte nachzudenken.

Die Premiere markiert einen mutigen Schritt, Kein Körper passt hier hin von der Buchseite auf die Bühne zu bringen und die Themen Heilung und Selbstakzeptanz durch das Theater zu verstärken. Mit der ausverkauften Erstaufführung zeigt die Produktion, wie groß das Bedürfnis nach Geschichten ist, die Geschlecht, Erinnerung und die unsichtbaren Fäden, die Familien verbinden, erkunden. Die Aufführungen in der Vaganten Bühne gehen weiter und bieten weiteren Zuschauer:innen die Gelegenheit, sich mit Kims kraftvoller Erzählung auseinanderzusetzen.

Quelle