Güterzug-Verspätungen bei der Bahn bringen Industrie an den Rand des Kollapses
Bianca StiebitzGüterzug-Verspätungen bei der Bahn bringen Industrie an den Rand des Kollapses
Schlüsselbranchen in Deutschland verzeichnen massive Verluste durch anhaltende Güterzug-Verspätungen im Netz der Deutschen Bahn. Die Störungen zwingen Automobilhersteller und Chemieunternehmen, ihre Produktion und Logistik umzustellen. Auch Stahlproduzenten haben ihre Aktivitäten bereits gedrosselt.
Fast 25 Millionen Tonnen chemischer Erzeugnisse werden jährlich per Schiene in Deutschland transportiert. Die Stahlbranche ist besonders abhängig vom Bahnverkehr – die Hälfte ihrer Lieferungen erfolgt auf diesem Weg. Unternehmen wie Salzgitter und ArcelorMittal haben ihre Produktion mittlerweile wegen der Bahnprobleme reduziert.
Die Autoindustrie kämpft mit eingeschränkten Kapazitäten im Schienengüterverkehr. Viele Hersteller sind auf den Straßenverkehr ausgewichen, was die Kosten in die Höhe treibt und zusätzliche Verzögerungen verursacht. Die Chemiebranche sieht sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber: Produktionsstörungen und steigende Ausgaben aufgrund der unzuverlässigen Bahninfrastruktur.
Führende Vertreter der Wirtschaft fordern die Deutsche Bahn zum schnellen Handeln auf. Gefordert werden bessere Planung und ein System, das Güterzügen Vorrang einräumt. Vorschläge umfassen etwa die Bevorrechtigung von Güterverkehr auf Ausweichstrecken – anders als bei Personenzügen, die häufig auf Ersatzbusse ausweichen müssen.
Die Zugverspätungen kosten die deutsche Industrie Milliarden. Dringende Reformen sind nötig, um den Güterverkehr wieder zuverlässig zu gestalten. Ohne Verbesserungen drohen weitere Produktionskürzungen und steigende Kosten.
