Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See
Edelgard HolzapfelGünther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See
Günther Jauch hat das historische Anwesen am Starnberger See von Vicco von Bülow erworben, dem legendären deutschen Humoristen, der unter seinem Künstlernamen Loriot bekannt wurde. Das Haus, das lange mit einem der beliebtesten Satiriker Deutschlands verbunden war, hat nun einen neuen Besitzer, der sich bereits durch die Bewahrung kultureller Denkmäler einen Namen gemacht hat. Jauchs Kauf folgt auf Loriots Tod im Jahr 2011 und markiert damit ein neues Kapitel für ein Haus, das tief in der deutschen Kulturgeschichte verwurzelt ist.
Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, stieg in den 1950er-Jahren mit geistreichen Büchern wie "Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute" und "Die vollkommene Ehe – 20 erprobte Tricks von zwei Kennern" zum Star auf. Seine scharfsinnige Satire erstreckte sich auch auf Film und Fernsehen, wo er Sketche und Filme schuf, die zu deutschen Klassikern wurden.
Viele von Loriots bekanntesten Werken entstanden fernab seines Rückzugsorts am Starnberger See. Die Komödie "Pappa ante Portas" (1982) wurde an Schauplätzen in München und Hamburg gedreht, darunter das Esszimmer der Familie Lohse und das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin. Sein Sketch "Ödipus" (1976) entstand in einem Hamburger Studio, während "Die Nackten" (1978) in Berlin realisiert wurde. Selbst sein späterer Film "Ödipussi" (1988) zeigte Szenen im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien.
Die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Evelyn Hamann war zentral für Loriots Werk. Die beiden spielten gemeinsam in "Ödipussi" und "Pappa ante Portas" – oft auf einem Sofa, das heute im Foyer von Radio Bremen steht. Sein Sketch "Wohnungsverwüstung" (1976) demonstrierte sein Talent, alltägliche Missgeschicke in komisches Chaos zu verwandeln.
Jauch, der für seine Wertschätzung von Loriots Humor bekannt ist, bringt Erfahrung in der Denkmalschutz mit. Er unterstützte bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam. Der Kauf von Loriots Haus deutet auf ein ähnliches Engagement hin, das Erbe einer deutschen Ikone zu bewahren.
Der Verkauf des Anwesens am Starnberger See an Günther Jauch stellt sicher, dass das Haus in den Händen eines Menschen bleibt, der seine kulturelle Bedeutung schätzt. Zwar entstanden viele von Loriots Filmen und Sketchen an anderen Orten, doch das Haus bleibt ein bleibendes Symbol für seinen kreativen Einfluss. Das Sofa, auf dem er mit Hamann saß und das heute in Radio Bremen ausgestellt ist, festigt zusätzlich seinen Platz in der deutschen Unterhaltungsgeschichte.