24 June 2026, 20:07

FDP-Streit eskaliert nach Hagen-Interview mit Junger Freiheit – wer hat recht?

Ex-FDP-Justizministerin nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach Hagen-Interview mit Junger Freiheit – wer hat recht?

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, ausgelöst durch ein Interview, das Martin Hagen der rechtsextremen Zeitung Junge Freiheit gegeben hat. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Justizministerin und Vertreterin des linken Parteiflügels, kritisierte den Schritt öffentlich. Andere, darunter ein Vorstandsmitglied, verteidigten das Gespräch als notwendigen Schritt über politische Echokammern hinaus.

Leutheusser-Schnarrenberger argumentierte, dass die Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit die Gefahr berge, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Unterstützung erhielt sie von Sabine Döring, die aus Protest gegen das Interview an einer FDP-nahen Podiumsdiskussion nicht teilnahm.

Martin Hagen wies die Kritik zurück. Er betonte, das Blatt sei zwar rechtskonservativ, aber weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er einen generellen Verfall der gesellschaftlichen Debattenkultur, insbesondere während der Amtszeit Angela Merkels, in der die Menschen „verlernt hätten, miteinander zu streiten“.

Hagen machte deutlich, dass die FDP keine Zusammenarbeit mit der AfD anstrebe, und bezeichnete die Partei als inakzeptablen Partner. Unterdessen lobte Susanne Seehofer, FDP-Vorstandsmitglied, das Interview als wichtigen Impuls, um jenseits etablierter politischer Kreise ins Gespräch zu kommen. Der Spiegel kommentierte, das Interview habe eine journalistische Brandmauer durchbrochen.

Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der FDP über den Umgang mit umstrittenen Medien. Während Hagen das Interview verteidigt, warnen Parteimitglieder vor einer Legitimierung rechtsextremer Positionen. Eine Einigung ist nicht in Sicht – beide Seiten bleiben bei ihren Standpunkten.

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