Evonik erhöht Methionin-Preis um 10 % – Aktie steigt trotz Lieferengpässen
Edelgard HolzapfelEvonik erhöht Methionin-Preis um 10 % – Aktie steigt trotz Lieferengpässen
Evonik erhöht Preis für Methionin um 10 Prozent
Der Chemiekonzern Evonik hat den weltweiten Preis für sein Methionin-Produkt MetAMINO® um 10 Prozent angehoben. Der Schritt folgt auf Lieferengpässe, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursacht wurden. Investoren reagierten positiv – die Aktie des Unternehmens stieg in den letzten Handelstagen deutlich.
Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine neue, PFAS-freie Anti-Graffiti-Lösung an, die strengere Umweltvorschriften erfüllt. Die finanzielle Perspektive bleibt stabil: Eine Dividende für Aktionäre steht an, und der Quartalsbericht wird im Mai erwartet.
Nachfrage nach Futtermittelzusätzen treibt Preisanpassung voran Die Preiserhöhung für Methionin erfolgt vor dem Hintergrund einer weiter steigenden Nachfrage nach Futtermittelzusätzen. Im vergangenen Jahr stieg der globale Verbrauch um 3 bis 5 Prozent, angetrieben durch den Ausbau der Viehzucht in Asien sowie eine stetige Erholung in Europa und Nordamerika. Frühere Lieferkettenprobleme hatten das Wachstum gebremst, doch die Märkte haben sich inzwischen stabilisiert.
Evoniks Entscheidung, die Preise um 10 Prozent zu erhöhen, spiegelt sowohl das knappe Angebot als auch die starke Nachfrage wider. Das Unternehmen erwartet, dass die Anpassung – kombiniert mit stabilen Energiepreisen – die EBITDA-Marge im Bereich Tierernährung verbessern wird. Analysten erhalten am 8. Mai 2026, wenn Evonik die Zahlen für das erste Quartal vorlegt, ein klareres Bild.
Nachhaltige Lösungen und finanzielle Stabilität Neben Methionin hat Evonik sein Portfolio an nachhaltigen Produkten erweitert. Eine neu eingeführte, PFAS-freie Anti-Graffiti-Beschichtung erfüllt höhere Umweltstandards und ist Teil der Bemühungen, das Produktangebot an verschärfte Regularien anzupassen.
Finanziell hält Evonik an seiner EBITDA-Prognose für 2026 fest und erwartet einen Wert zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Zwar lag die Kapitalrendite (ROCE) 2025 bei 6,1 Prozent – unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent –, doch die Unternehmensführung bleibt auf langfristiges Wachstum fokussiert. Die Aktionäre erhalten für 2025 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie. Ab dem nächsten Jahr gilt eine angepasste Ausschüttungspolitik: 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses sollen dann an die Aktionäre fließen.
Institutionelle Investoren zeigen Vertrauen Das anhaltende Interesse institutioneller Anleger zeigt sich unter anderem in einer aktuellen Meldepflicht von Goldman Sachs zu Stimmrechten. Die Aktualisierung deutet auf weiterhin großes Vertrauen in Evoniks Strategie hin.
Die 10-prozentige Preiserhöhung für MetAMINO® sollte die Erträge im Futtermittelsektor stützen. Bei stabilen Energiepreisen und wachsender Nachfrage dürften sich die Margen weiter verbessern. Aktionäre werden den Mai-Bericht genau verfolgen, um die vollständigen Auswirkungen dieser Entwicklungen zu bewerten.
Mit der neuen PFAS-freien Lösung unterstreicht Evonik zudem seinen Kurs hin zu nachhaltigen Produkten. Angesichts verschärfter Vorschriften könnten solche Innovationen dem Unternehmen in den kommenden Jahren weitere Marktchancen eröffnen.






