15 March 2026, 08:11

EU führt biometrisches Grenzsystem EES für Nicht-EU-Reisende ein

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße und einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen, Verkehrsampeln und Flaggen im Hintergrund.

EU führt biometrisches Grenzsystem EES für Nicht-EU-Reisende ein

Neues digitales Grenzsystem im Schengen-Raum eingeführt

In allen Schengen-Mitgliedstaaten ist nun ein neues digitales Grenzsystem in Kraft getreten. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ersetzt herkömmliche Passstempel durch Echtzeit-Biometrieprüfungen für Reisende aus Drittstaaten. Behörden zufolge soll die Modernisierung die Sicherheit erhöhen und die Überwachung von Visumüberschreitungen effizienter gestalten.

Das EES erfasst jeden Grenzübergang von Nicht-EU-Bürgern mithilfe von Gesichtsaufnahmen, Fingerabdrücken und Passdaten. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und mit den nationalen Grenzkontrollsystemen verknüpft. Ziel ist es, Identitätsbetrug zu erschweren und sicherzustellen, dass Besucher ihre erlaubte Aufenthaltsdauer nicht überschreiten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte die Bedeutung des Systems für die Stärkung der Grenzsecurity. Es ergänze verschärfte Landgrenzenkontrollen und ermögliche gleichzeitig eine präzisere Überwachung des Flugverkehrs. Große Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Schengen-Ein- und -Ausreisen. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit rund 4,5 Millionen Passagieren einen neuen Rekord.

Das System löst die manuelle Passstempelung ab, die für die Nachverfolgung von Reisen weniger zuverlässig war. Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Außengrenzkontrollen angewiesen, um die Binnenfreiheit im Schengen-Raum zu erhalten.

Das EES ist nun betriebsbereit und nutzt biometrische Daten, um die Identität von Reisenden an den EU-Grenzen zu überprüfen. Damit vollzieht sich der Wandel von papierbasierten Kontrollen hin zu einer automatisierten Überwachung – mit Fokus auf die Verhinderung von Visummissbrauch und Betrug. Das System gilt für alle Nicht-EU-Bürger, die in den Schengen-Raum einreisen.

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