20 March 2026, 06:11

Erstmals wählen 16- und 17-Jährige bei der Landtagswahl in MV mit

Ein Kind steht in der Mitte einer Zeichnung und hält eine Kamera in der Hand, umgeben von einer Gruppe von Menschen, mit dem Text "Little Boy Ballot" unten.

Was ist jungen Menschen in der Landtagswahl in MV wichtig - Erstmals wählen 16- und 17-Jährige bei der Landtagswahl in MV mit

Dieser Herbst werden 16- und 17-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern erstmals bei einer Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Die Änderung folgt einer Reform, die das Wahlalter senkt und damit rund 25.000 Minderjährigen die Teilnahme ermöglicht. Junge Wähler:innen und Aktivist:innen begrüßen den Schritt als Fortschritt hin zu größerer politischer Teilhabe.

Die Reform entspricht früheren Schätzungen, die mit der Absenkung des Wahlalters verbunden waren. Etwa 25.000 Jugendliche erweitern nun den Wählerkreis – ein Wandel, der jungen Stimmen in der Landespolitik mehr Gewicht verleiht.

Lucie Luther, 20 Jahre alt und Erstwählerin, sieht in der Änderung ein Zeichen des Vertrauens in das politische Urteilsvermögen junger Menschen. Sie engagiert sich seit Langem politisch, unter anderem im Vorstand der Landesjugend- und Kindervertretungen. Für sie sollte die Reform mit einer verständlicheren Kommunikation einhergehen – weniger Fachchinesisch, mehr Transparenz –, um jüngeren Wähler:innen die Mitwirkung zu erleichtern.

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Josef Köppe, 18 Jahre alt und ebenfalls zum ersten Mal wahlberechtigt, findet die Reform logisch. "Wenn Jugendliche mit 16 arbeiten und Steuern zahlen können, sollten sie auch mitbestimmen dürfen", argumentiert er. Seine Haltung spiegelt eine breitere Forderung nach Konsequenz wider, wie die Gesellschaft junge Erwachsene behandelt.

Emma Müller, 17, engagiert in der Evangelischen Jugend, bereitet sich auf ihre Wahl vor, indem sie politische Talkshows verfolgt und Online-Ressourcen nutzt. Wie viele in ihrem Alter verlässt sie sich auf digitale Tools, um sich durch komplexe Themen zu arbeiten, bevor sie eine Entscheidung trifft.

Ina Bösefeldt, Geschäftsführerin des Landesjugendrings, betont die Notwendigkeit besserer politischer Bildung. Allzu oft fühlten sich junge Menschen von Politiker:innen ignoriert oder hätten nicht die Mittel, um ihre Wahlmöglichkeiten vollständig zu durchdringen, so ihre Beobachtung. Ihre Perspektiven einzubeziehen, stärke die Demokratie, indem sie ein breiteres Spektrum an Erfahrungen abbildet.

Die Politikwissenschaftlerin Kira René Kurz unterstützt die Reform und verweist auf mögliche langfristige Vorteile. Eine Absenkung des Wahlalters könnte ihrer Ansicht nach nicht nur jetzt, sondern auch bei künftigen Wahlen die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen steigern.

Die Herbstwahl wird zeigen, wie effektiv die jüngeren Wähler:innen in Mecklenburg-Vorpommern die Demokratie mitgestalten. Mit 25.000 neu wahlberechtigten Teenagern bietet die Reform die Chance, das politische Engagement einer ganzen Generation neu zu prägen. Beobachter:innen werden gespannt verfolgen, ob der erweiterte Zugang zu nachhaltigen Veränderungen bei der Jugendbeteiligung und -repräsentation führt.

Quelle