23 May 2026, 20:11

Erlangen verbietet "sexistische" Partyschlager auf der Bergkirchweih – und löst Streit aus

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Erlangen verbietet "sexistische" Partyschlager auf der Bergkirchweih – und löst Streit aus

Die Stadtverwaltung von Erlangen hat mehrere klassische Partyschlager als „sexistisch“ eingestuft und Wirte aufgefordert, diese beim diesjährigen Bergkirchweih-Fest nicht zu spielen. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die angab, im vergangenen Jahr auf dem Fest begrapscht worden zu sein. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung unter Künstlern und Gastwirten gleichermaßen für Diskussionen gesorgt.

Der Streit begann, nachdem eine Frau behauptet hatte, sie sei beim Festival 2023 unangemessen berührt worden. Daraufhin überprüfte die Stadt die Texte beliebter Partyschlager und erstellte eine Liste von Liedern, die als „frauenfeindlich“ eingestuft wurden. Betroffen sind unter anderem Hits von Mickie Krause, Peter Wackels Joana – mit der Zeile Du geile Sau – sowie der Kultsong Skandal im Sperrbezirk.

Der Stadtrat hatte sich bereits 2021 gegen Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ positioniert, unterstützt von Stimmen der CSU, der Linken und der SPD. Beamte bezeichnen die aktuelle Maßnahme nun als Teil der Bemühungen, die Bergkirchweih „besonders diskriminierungsfrei“ zu gestalten.

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Künstler und Wirte reagieren jedoch skeptisch. Jürgen Thurnau, Sänger der Spider Murphy Gang, verglich die Einschränkungen mit Zensur in der DDR. Peter Wackel, dessen Lied auf der Liste steht, behauptet, viele Musiker hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten – wegen der neuen Regeln. Gastwirte wiederum fragen sich, ob ein Liedverbot das Verhalten auf dem Festival tatsächlich ändern werde.

Das Festival findet wie geplant statt, die Einhaltung der Richtlinien bleibt für die Wirte jedoch freiwillig. Die Veranstalter erwarten großen Andrang – fast eine Million Menschen werden zum jährlichen Event erwartet. Noch unklar ist, welche langfristigen Auswirkungen die Liedbeschränkungen auf die Stimmung des Festes und die Bereitschaft der Künstler haben werden, dort aufzutreten.

Quelle