Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Schüler und Pendler betroffen
Pavel FaustEmmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Schüler und Pendler betroffen
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne für den örtlichen Nahverkehr vorgelegt. Steigende Kosten und ein angespanntes Budget zwingen die Verantwortlichen zu Änderungen. Die Vorschläge zielen darauf ab, den Schülerverkehr und die regulären Buslinien effizienter zu gestalten – mit potenziellen Einsparungen von rund 200.000 Euro bis 2027.
Die Betriebskosten für den öffentlichen Verkehr liegen mittlerweile deutlich über den ursprünglichen Schätzungen, obwohl kürzlich Bus- und Bahnnetze modernisiert wurden. Um die Finanzlücke zu schließen, schlägt die Verwaltung vor, Verträge für Abendbusse auf bestimmten Entwicklungsstrecken zu kündigen, was jährlich etwa 100.000 Euro sparen würde. Betroffen wären unter anderem Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim.
Radikalere Optionen – wie die vollständige Streichung aller Spätverbindungen nach 22 Uhr oder die Reduzierung von Taktungen – wurden diskutiert, werden aber derzeit nicht empfohlen. Die Kommunen müssten selbst entscheiden, ob sie die Abendverbindungen weiter finanzieren oder diese bereits um 20 Uhr enden lassen.
Der Landkreis plant bereits, 2026 rund neun Millionen Euro in den lokalen Nah- und Schülerverkehr zu investieren. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 soll zeigen, welche Strecken am stärksten genutzt werden, um weitere Anpassungen vorzunehmen. Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Vorschläge am 29. Juni prüfen, der Kreistag stimmt voraussichtlich am 20. Juli ab.
Die Ergebnisse der Erhebung 2027 werden dann die Grundlage für zusätzliche Kürzungen ab 2028 bilden. Falls die Maßnahmen beschlossen werden, könnten sie die Kosten senken, ohne den Kernbetrieb einzuschränken. Die endgültige Entscheidung über die Abendbusse in mehreren Gemeinden liegt bei den örtlichen Räten.
