Deutschland blockiert EU-Methanregeln für Öl- und Gasimporte ab 2027
Deutschland hat sich anderen EU-Regierungen angeschlossen und lehnt die geplanten Vorschriften der Union zur Begrenzung von Methanemissionen bei importiertem Öl und Gas ab. Die geplante Verordnung könnte ab 2027 die Einfuhr von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Flugtreibstoff. Berlin argumentiert, es benötige mehr Zeit, um die Energieversorgung zu sichern, bevor die Regeln in Kraft treten.
EU-Energiekommissar Dan Jørgensen betonte, das Gesetz sei bereits flexibel gestaltet und werde nicht neu verhandelt. Trotz des Drucks aus den Mitgliedstaaten hält die Europäische Kommission an ihrer Klimalinie fest, erwägt jedoch, Strafen für Unternehmen auszusetzen, die gegen die Vorschriften verstoßen.
Zwölf weitere Regierungen fordern eine dreijährige Verschiebung der Methanregeln. Die Debatte entzündet sich an den Belastungen des europäischen Energiesystems durch steigende Flugtreibstoffpreise. Die Sperrung der Straße von Hormus hat die Schifffahrt unterbrochen und zwingt Fluggesellschaften, unwirtschaftliche Strecken zu streichen, da die Treibstoffkosten steigen.
Importierte Treibstoffe aus dem Nahen Osten decken normalerweise etwa 20 Prozent des europäischen Flugtreibstoffbedarfs. Auch die USA warnten, das Gesetz könnte Gaslieferungen in die EU behindern – was die Ablehnung von Treibstofflieferanten außerhalb Europas verstärkt.
Die möglichen Auswirkungen der Verordnung auf Erdölimporte sorgen bei Raffinerien, Fluggesellschaften und nationalen Regierungen für Besorgnis. Die Diskussionen unter den EU-Ministern dauern an, wobei die Widerstandsfähigkeit der Versorgungswege angesichts der anhaltenden Spannungen auf dem Energiemarkt zunehmend in den Fokus rückt.
