Deutsche fürchten hybride Bedrohungen – doch wer ist wirklich vorbereitet?
Anett ZobelDeutsche fürchten hybride Bedrohungen – doch wer ist wirklich vorbereitet?
Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass die Sorge der Deutschen vor hybriden Bedrohungen wächst – also Angriffen, die digitale Offensiven, Sabotage und Desinformation kombinieren. Zwar steigt die öffentliche Besorgnis, doch viele zweifeln daran, ob staatliche Institutionen, Unternehmen und die Bürger selbst ausreichend vorbereitet sind, um wirksam zu reagieren. Die Bundesregierung hat sich bisher jedoch noch nicht klar zu den vorgeschlagenen "Hack-Back"-Maßnahmen der Bundeswehr positioniert.
Die Umfrage unterstreicht einen deutlichen Bedarf an besserer Vorbereitung. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) spricht sich für regelmäßige bundesweite Übungen aus, um die Einsatzbereitschaft zu verbessern. Noch größer ist die Zustimmung (63 Prozent) für staatlich geführte Kampagnen, die die Bevölkerung über den Umgang mit hybriden Angriffen aufklären sollen.
Das Vertrauen in die aktuelle Vorbereitung bleibt jedoch gering. Nur 32 Prozent glauben, dass die Bürger gut gerüstet sind, um solche Bedrohungen zu bewältigen. Die öffentliche Verwaltung schneidet mit 37 Prozent etwas besser ab, dicht gefolgt von Unternehmen mit 36 Prozent. Die Polizei wird etwas positiver bewertet – etwas mehr als die Hälfte der Befragten hält sie für gut vorbereitet. Die Bundeswehr sehen 47 Prozent als ausreichend gerüstet an, während nur 38 Prozent dem Gesundheitssystem eine gute Vorbereitung bescheinigen.
Bei Sicherheitsmaßnahmen befürworten 75 Prozent der Befragten eine Ausweitung der Überwachungsbefugnisse für Nachrichtendienste. Trotz der öffentlichen Besorgnis hat die Regierung jedoch bisher keine offiziellen Stellungnahmen oder Richtlinien zu "Hack-Back"-Fähigkeiten der Streitkräfte veröffentlicht.
Die Ergebnisse deuten auf eine deutliche Lücke zwischen den öffentlichen Erwartungen und der wahrgenommenen Vorbereitung in zentralen Bereichen hin. Da die Mehrheit der Deutschen strengere präventive Maßnahmen befürwortet, könnte der Druck auf die Behörden wachsen, bestehende Schwachstellen zu beheben. Bisher wurden jedoch keine konkreten Schritte angekündigt, um die vorgeschlagenen "Hack-Back"-Strategien oder andere Gegenmaßnahmen umzusetzen.