15 May 2026, 12:21

DDR-Krimi Volkspolizeiruf entzweit Steimle und Drehbuchautor vor Premiere

Plakat für das Ernst-Drucker-Theater in Hamburg, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen und dem Text 'Hamburg im Jahre 2000'.

DDR-Krimi Volkspolizeiruf entzweit Steimle und Drehbuchautor vor Premiere

Neue DDR-Krimi-Serie sorgt vor Veröffentlichung für Aufsehen

Die neue Krimireihe Volkspolizeiruf Tatort Ost, die im Osten Deutschlands spielt, macht bereits vor ihrem Start Schlagzeilen. Kabarettist Uwe Steimle übernimmt darin die Rolle eines Kommissars, der Verbrechen gegen das „Volk“ aufklärt – wobei die Täter oft im Westen oder unter Migranten vermutet werden. Hinter den Kulissen hat ein öffentlicher Streit zwischen Hauptdarsteller und Drehbuchautor bereits für Gesprächsstoff gesorgt.

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Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative des ehemaligen Verlagschefs Holger Friedrich, der eine auf Ostdeutschland ausgerichtete Streaming-Plattform nach Netflix-Vorbild aufbauen will – mit Fokus auf regionale Befindlichkeiten und Nostalgie.

Für Steimle bedeutet die Serie ein Comeback im Krimi-Genre nach 15 Jahren Pause bei Polizeiruf 110. Als Kommissar Bemme ermittelt er gemeinsam mit seinen Assistenten Sahra und Egon in Fällen mit typisch ostdeutschem Einschlag. Der Pilotfilm Mord unter der Windkraftanlage umfasst ein umfangreiches Drehbuch von 11.000 Seiten und verknüpft ein unterirdisches Labyrinth, einen geheimnisvollen Oktopus sowie ein Netz politischer Untertöne.

Bei einer Presseveranstaltung eskalierte die Stimmung, als Steimle und der Drehbuchautor – ebenfalls ein Uwe – öffentlich über Drehbuchänderungen stritten. Sicherheitskräfte in Fischerhüten entfernten später den einzigen anwesenden Lokalreporter des Pieschener Anzeigers, was die Szene noch absurder machte. Ein Sendetermin steht noch nicht fest, und auch die Folgen des kreativen Konflikts sind ungelöst.

Holger Friedrich, ehemaliger Chefredakteur der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, fungiert als ausführender Produzent der Serie. Sein langfristiges Ziel ist ein eigenes Streaming-Angebot für ostdeutsche Geschichten, das Unterhaltung mit regionaler Identität und historischer Aufarbeitung verbindet.

Wann der Pilot erscheint, ist noch unklar – ebenso wie die Beilegung des Machtkampfs zwischen Steimle und dem Autor. Sollte die Serie erfolgreich sein, könnte sie den Weg für Friedrichs ostzentrierte Streaming-Plattform ebnen. Bereits jetzt hat das Projekt jedoch Debatten über Repräsentation, künstlerische Freiheit und das Erbe der DDR in den modernen Medien entfacht.

Quelle