15 May 2026, 18:14

BVG nutzt Quantencomputing gegen Personalnot und spart Millionen ein

Offenes Buch mit Abbildungen und Beschreibungen verschiedener Maschinen und ihrer Funktionen.

BVG nutzt Quantencomputing gegen Personalnot und spart Millionen ein

BVG steht vor einer wachsenden Personalnot

Der Berliner Verkehrsbetrieb BVG kämpft mit einer immer größer werdenden Personalkrise. Bis 2026 werden voraussichtlich über 4.300 Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, hinzu kommen freiwillige Kündigungen – das Unternehmen steht unter Druck, seine Abläufe effizienter zu gestalten. Ein aktuelles Projekt im Bereich Quantencomputing zeigt nun vielversprechende Ansätze, um die Dienstplangestaltung zu optimieren und so jährlich Millionen zu sparen.

Die Herausforderung der BVG besteht darin, 150 Busfahrer auf verschiedenen Linien einzuplanen – und dabei individuelle Präferenzen zu berücksichtigen, die herkömmliche Methoden oft vernachlässigen. Das Team von Beerantum löste dieses Problem, indem es die Fahrerwünsche in ein Optimierungsmodell integrierte, das auf dem Bias-Field-DCQO-Algorithmus des Quantencomputing-Unternehmens Kipu basiert. Um den Prozess zu beschleunigen, reduzierten sie zudem die API-Abfragen um 80 Prozent, indem sie die Fahrer mithilfe von DBSCAN-Clustering in verschiedene Typen gruppierten.

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Das System umfasste einen Uncertainty Adapter, der einen Isolation-Forest-Anomalie-Detektor mit einem Gauß-Prozess zur Nachfragevorhersage verband. Dadurch ließ sich bestimmen, wann eine erneute quantengestützte Optimierung erforderlich war. Das Ergebnis: eine Effizienzsteigerung von 2 Prozent – eine scheinbar bescheidene Zahl, die sich bei der Größe der BVG jedoch in jährliche Einsparungen von rund 18 Millionen Euro umrechnen lässt.

Innerhalb von nur 24 Monaten entwickelte sich das Projekt von der Technologiereifegrad-Stufe (TRL) 4 zu einem produktionsreifen Pilotprojekt auf TRL 6 – passend zur Hardware-Roadmap von Kipu. Doch nicht nur im ÖPNV ist die flexible Architektur einsetzbar: Auch in der Schichtplanung von Krankenhäusern oder der Logistik der „letzten Meile“ könnte sie Anwendung finden.

Der Pilot zeigt, wie hybride Quantentechnologien reale logistische Herausforderungen bewältigen können. Die BVG verfügt nun über ein erprobtes Framework, um die Dienstplangestaltung zu verbessern – was die Personalknappheit abmildern und die Kosten senken könnte. Gleichzeitig eröffnet die Anpassungsfähigkeit des Modells Möglichkeiten für ähnliche Optimierungsprobleme in anderen Branchen.

Quelle