Berliner Ashura-Marsch löst Empörung aus: Kinder bei umstrittenen Szenen eingesetzt
Pavel FaustBerliner Ashura-Marsch löst Empörung aus: Kinder bei umstrittenen Szenen eingesetzt
Kundgebung in Berlin zu schiitischem Gedenktag löst Kritik aus – Kinder bei Nachstellung historischer Entführung eingesetzt
Eine Demonstration in Berlin anlässlich eines schiitischen religiösen Festes hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Kinder bei der Nachstellung einer historischen Entführung mitgewirkt hatten. Die unter dem Titel „Ashura-Marsch“ organisierte Veranstaltung sollte ein Zeichen der Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit setzen. Rund 600 Teilnehmende folgten dem Aufruf, doch es gab scharfe Kritik an der Einbindung von Minderjährigen – besonders angesichts der extremen Hitze.
Während des Marsches kletterten die Temperaturen auf bis zu 40 °C. Die Veranstalter unterbrachen den Zug zeitweise, um den Teilnehmenden eine Pause und die Möglichkeit zur Flüssigkeitsaufnahme zu geben. Eine geplante Zwischenkundgebung wurde aufgrund der hitzebedingten Belastung abgesagt. Mehrere Personen mussten medizinisch wegen kreislaufbedingter Hitzeprobleme versorgt werden.
Bei der umstrittenen Nachstellung wurden Kinder aneinandergebunden, um die historische Entführung von Frauen und Kindern darzustellen. Nach Protesten stoppte der Veranstalter die Szene. Die zuständige Polizeibeamtin untersagte die Darstellung im Rahmen eines Abstimmungsgesprächs mit den Organisatoren.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) verurteilte die Kundgebung scharf. Die Organisation bezeichnete die Veranstaltung als „islamistisch“ und warf ihr vor, Symbole des islamistischen Terrors zu unterstützen. Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kritisierte den Einsatz von Kindern: Es sei „inakzeptabel, Minderjährige bei solchen Aufmärschen zu instrumentalisieren“.
Trotz der Kontroversen verlief die Demonstration friedlich. Vor-Ort-Dolmetscher fanden keine strafrechtlich relevanten Inhalte. Die Entscheidung der Organisatoren, den Marsch zu unterbrechen und die Nachstellung zu verbieten, milderte einige der akuten Bedenken des Tages ab.
