24 March 2026, 14:11

Bargteheide wird zum Epizentrum rechtsextremer Gewalt in Schleswig-Holstein

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einem schwarzen Power-Symbol - einem weißen 'P' in einem schwarzen Kreis mit weißer Umrandung - und fetter schwarzer Schrift, die 'Rache für Kriminalität, revolutionäre Gewalt' fordert und zu Aktionen gegen rassistische Ungerechtigkeit aufruft.

Bargteheide wird zum Epizentrum rechtsextremer Gewalt in Schleswig-Holstein

Bargteheide, eine kleine Stadt in Schleswig-Holstein, ist zu einem Brennpunkt rechtsextremer Gewalt geworden. Im Jahr 2024 ereignete sich dort ein Drittel aller gewalttätigen Vorfälle im Kreis Stormarn – sämtliche Angriffe richteten sich gegen politische Gegner. Die Zunahme der Übergriffe wirft Fragen nach extremistischen Aktivitäten in der Region auf.

Die Welle der Gewalt begann bereits zu Jahresanfang. Am 4. März wurden zwei junge Menschen am Bahnhof Bargteheide von mehreren vermummten Angreifern attackiert und verletzt. Nur eine Woche später, am 7. März, bedrohten drei vermummte Personen in einem Auto einen linkspolitischen Aktivisten – einer von ihnen mit einer Schusswaffe, ein weiterer mit einem Messer. Ein weiterer Angriff folgte am 12. März, als ein junger Mensch am Eckhorst-Gymnasium von zwei Tätern in Sturmhauben zusammengeschlagen wurde.

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Auch das Autonome Jugendzentrum in Bargteheide war wiederholt Ziel von Anschlägen. Ende Mai 2024 wurde es bei einem Brandanschlag beschädigt. Ein Jahr später, im Juni 2025, steckten Unbekannte das Zentrum erneut in Brand und brachen später ein – zurück blieben rechtsextreme Symbole.

Die Eskalation der Gewalt spiegelt einen landesweiten Trend wider: Rechtsextrem motivierte Angriffe in Schleswig-Holstein stiegen von 2023 auf 2024 um 20 Prozent an. Von den 164 erfassten Gewalttaten im Jahr 2024 waren 125 rassistisch motiviert. Keine andere Kommune im Land verzeichnete so viele rechtsextreme Vorfälle wie Bargteheide.

Felix Fischer vom Zentrum für Betroffene rechtsextremer Gewalt (Zebra) bezeichnete die Lage als gezielten Versuch rechtsextremer Gruppen, den öffentlichen Raum in der Stadt zu dominieren.

Die wiederholten Angriffe in Bargteheide zeigen ein konzentriertes Muster rechtsextremer Aggression. Mit 163 von Gewalt betroffenen Menschen im Jahr 2024 stehen Behörden und lokale Initiativen nun vor der Herausforderung, die wachsende Bedrohung einzudämmen. Die Stadt bleibt unter Beobachtung, während die Verantwortlichen die Entwicklung weiter verfolgen.

Quelle