02 April 2026, 08:13

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfstrategie mit neuer "Messer-App"

Schwarz-weißer Architekturplan von Berlin mit Gebäuden, Bäumen und Masten, beschriftet mit "Künstler's plan of Berlin" unten.

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfstrategie mit neuer "Messer-App"

Messattacken in Berlin sind vor den anstehenden Wahlen zu einem zentralen politischen Thema geworden. Die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) hat ein Online-Tool gestartet, um polizeilich erfasste Vorfälle zu dokumentieren – mit dem Vorwand, mehr Transparenz zu schaffen. Der Schritt folgt auf einen Anstieg der Messerangriffe um 5,5 Prozent im vergangenen Jahr; allein 2024 wurden 3.412 Fälle registriert.

Gleichzeitig hat auch die Schusswaffenkriminalität stark zugenommen: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg von Waffenstraftaten um 68 Prozent. Die AfD wirft der Regierung vor, entscheidende Details – etwa die Nationalitäten der Tatverdächtigen – zurückzuhalten, und nutzt das Thema, um die regierende Koalition unter Druck zu setzen.

Der Berliner Landesverband der AfD hat eine sogenannte "Messer-App" entwickelt, die polizeilich gemeldete Angriffe, Verletzungen und Tatorte erfasst. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker warf der Regierung vor, bei der Aufklärung von Gewaltdelikten nicht für volle Transparenz zu sorgen. Die von der Partei zusammengestellten Daten würden ihrer Meinung nach Lücken zwischen Polizeiberichten und offiziellen Kriminalstatistiken aufdecken.

Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlicht. Die AfD fordert, diese Informationen offen zu legen, um die Behörden zum Handeln zu zwingen. Die Linke hingegen verurteilte die Initiative scharf und argumentiert, sie schüre Ängste und ziele gezielt auf Migrant:innen ab.

Während die AfD den Anstieg der Messergewalt betont, geben die offiziellen Statistiken keine Auskunft darüber, wie viele Fälle tatsächlich zu Verurteilungen führten. Stattdessen wurden bisher nur Einzelschicksale bekannt – wie etwa eine 13-jährige Haftstrafe für einen Angriff in der Nähe des Holocaust-Mahnmals. Die Forderung nach mehr Daten ist Teil der Strategie der Partei, die Messergewalt zum Wahlkampfthema Nummer eins zu machen.

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Die AfD-Kampagne hat die Debatte über Kriminalitätsberichterstattung und öffentliche Sicherheit in Berlin weiter angeheizt. Ihr Tool erfasst zwar Vorfälle, liefert aber keine Informationen zu Verurteilungen oder Hintergründen der Tatverdächtigen. Kritiker:innen aus anderen Parteien warnen indes, dass die Fokussierung auf Nationalitäten die gesellschaftliche Spaltung vertiefen könnte.

Angesichts steigender Messerangriffe und einer dramatisch zunehmenden Schusswaffenkriminalität wird der Streit um Kriminalitätsdaten die politische Diskussion bis zur Wahl dominieren.

Quelle