64 Prozent der Deutschen fordern Rückkehr der Vermögenssteuer – selbst Union-Wähler stimmen zu
Anett Zobel64 Prozent der Deutschen fordern Rückkehr der Vermögenssteuer – selbst Union-Wähler stimmen zu
Große Mehrheit der Deutschen für höhere Besteuerung von Vermögen
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine stärkere Besteuerung von Vermögen aus. Aktuelle Umfragen zeigen, dass 64 Prozent die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer befürworten, während nur 29 Prozent dagegen sind. Viele halten zudem die heutige Verteilung des Wohlstands im Land für ungerecht.
Die Erhebung offenbart eine breite Übereinstimmung über die politischen Lager hinweg – selbst konservative Wähler unterstützen Veränderungen bei der Besteuerung von Vermögen. Acht von zehn Deutschen empfinden die Vermögensverteilung als ungerecht. Nur 15 Prozent halten das aktuelle System für fair. Besonders ausgeprägt ist die Unzufriedenheit in den östlichen Bundesländern – in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin-Brandenburg bezeichnen 90 Prozent der Befragten die Situation als ungerecht.
Die Unterstützung für eine Vermögenssteuer erstreckt sich über alle Parteigrenzen. Bei den Wählern der Linken liegen die Befürworter bei 88 Prozent, gefolgt von 87 Prozent der Grünen-Anhänger und 84 Prozent der SPD-Sympathisanten. Selbst 62 Prozent der Union-Wähler – traditionell eher steuererhöhungs skeptisch – sprechen sich für die Wiedereinführung der Abgabe aus. Die AfD bildet hier eine Ausnahme: 52 Prozent ihrer Anhänger lehnen die Vermögenssteuer ab, während 42 Prozent sie befürworten.
Auch bei Erbschaftssteuern zeigt sich eine starke öffentliche Zustimmung. Insgesamt wünschen sich 61 Prozent der Deutschen eine höhere Besteuerung großer Erbschaften, 32 Prozent lehnen dies ab. Auch hier herrscht parteiübergreifend breiter Konsens. Die Grünen führen mit 88 Prozent Zustimmung, gefolgt von 85 Prozent der Linken-Wähler, 78 Prozent der SPD-Anhänger und sogar 64 Prozent der Union-Unterstützer.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren öffentlichen Druck für Steuerreformen, die Vermögen und Erbschaften stärker belasten. Da in fast allen großen Parteien – mit Ausnahme der AfD – Mehrheiten für höhere Abgaben bestehen, könnte der Druck auf die Politik wachsen, die wirtschaftliche Ungleichheit anzugehen. Die Daten unterstreichen zudem regionale Unterschiede, insbesondere in Ostdeutschland, wo die Sorgen um Gerechtigkeit am größten sind.






